Fondswissen2017-04-25T10:06:54+02:00

Neuigkeiten

Seit dieser Woche kauft die EZB nun auch Unternehmensanleihen. Es ist ein bisher noch nie da gewesener Schritt und vielleicht eine weitere Eskalationsstufe in Sachen EZB-Rettungspolitik. Aber ist diese weitere „Eskalationsstufe“ am Ende vielleicht sogar unausweichlich? Welche Folgen hat das neue Kaufprogramm und was genau strebt die EZB mit diesem Schritt an? Dies erläutert Dr. Mirko Häcker im Gespräch mit Börse Stuttgart TV.

9. Juni 2016|

Am 8. November wählen die US-Amerikaner einen neuen Präsidenten oder eine neue Präsidentin.
Über die Bedeutung der US-Wahl für die Börsen und die speziellen Chancen und Risiken aus Anlegersicht spricht Hendrik Wolff  bei Börse Stuttgart TV.

30. Mai 2016|

24 von 30 DAX-Unternehmen zahlen 2016 voraussichtlich eine höhere Dividende als noch im Vorjahr. Im Schnitt schütten die DAX-Unternehmen rund drei Prozent an ihre Anteilseigner aus. Alles in allem zeichnen sich in diesem Jahr also neue Rekordausschüttungen ab. Und trotzdem lassen viele Anleger trotzdem ihr Geld lieber auf dem Sparbuch – nahezu unverzinst. Weshalb ist das so? Wie geht es weiter mit den Dividenden von DAX-Unternehmen? Prof. Dr. Hendrik Wolff, Wolff & Häcker Finanzconsulting AG, bei Börse Stuttgart TV.

23. März 2016|

Die US-amerikanische Notenbank nimmt weiter Tempo raus. Wie Janet Yellen gestern bekannt gab, bleibt der Leitzins in den USA bis auf weiteres unverändert. Erst im April könnte es demnach einen weiteren, sehr moderaten Zinsschritt geben. Die Zinserhöhung in den USA geht demnach sehr viel langsamer von statten, als im vergangenen Jahr angekündigt. Ist die US-Wirtschaft doch nicht so robust wie angenommen? Hat man bei der Fed im vergangenen Jahr die Situation zu positiv eingeschätzt? Dr. Mirko Häcker erläutert die Strategie der Federal Reserve bei Börse Stuttgart TV.

17. März 2016|

Die Präsidentschaftswahl in den USA ist in diesem Börsenjahr sicher eines der zentralen Ereignisse. Das Rennen ums Weiße Haus scheint diesmal so offen wie selten zuvor. Je nachdem wer letztlich ins Weiße Haus einzieht, könnten die Folgen für die US-Märkte mitunter gravierend sein, meinen zumindest Experten. Doch wie genau beeinflusst die anstehende Präsidentenwahl die Börsen? Wo liegen derzeit die Chancen und Risiken an den US-Märkten? Prof. Dr. Hendrik Wolff erläutert dies im Gespräch mit Börse Stuttgart TV.

16. Februar 2016|

Ein sehr ereignisreiches Börsenjahr neigt sich langsam aber sich seinem Ende zu. Spannend wurde es nicht zuletzt in der zweiten Jahreshälfte und die Schwankungsbreite war mitunter enorm. Kurz: Das Börsenjahr 2015 war von hohen Kursausschlägen gekennzeichnet. Warum könnten sich in diesem Umfeld Dividendenwerte als Anlage anbieten? Dr. Mirko Häcker erläutert dies im Gespräch mit Börse Stuttgart TV.

22. Dezember 2015|

Fondswissen

Risikostreuung

Ein Investmentfonds bündelt die Anlagebeträge vieler Anleger und investiert das Geld gemäß den jeweiligen Fondsbedingungen –in verschiedene Vermögensgegenstände (z. B. Aktien, Renten, Immobilien etc.). Der Käufer eines Fondsanteils legt somit sein Geld in vielen verschiedenen Werten gleichzeitig an. Fondsmanager dürfen in keinem Fall mehr als 10 Prozent des Fondsvermögens in Wertpapiere eines Unternehmens investieren. Durch diese breite Streuung können Verluste eines Wertes durch Gewinne anderer Werte ausgeglichen werden. Aufgrund der hierdurch erzielten Risikostreuung sinkt das Risiko gegenüber einer Anlage in ein einzelnes Wertpapier. Für seine Beteiligung am Fondsvermögen erhält der Anleger – entsprechend der Höhe seines Investments – Anteile am Fondsvermögen.

Flexibilität

Eine Geldanlage in Investmentfonds ist sehr flexibel. Fondsanteile können im Gegensatz zu vielen anderen Geldanlagen grundsätzlich börsentäglich gekauft und verkauft werden. Schon mit kleinen Beträgen können Investmentfonds erworben und mit Sparplänen schon ab 25 Euro im Monat beispielsweise Rücklagen für den Ruhestand gebildet werden. Dabei bleiben die Anleger flexibel und können jederzeit die Beträge erhöhen oder auch reduzieren. Auch regelmäßige Entnahmepläne können die Anleger mit Investmentfonds gestalten.

Eine Ausnahme besteht insbesondere bei offenen Immobilienfonds. Hier gelten zur Steuerung der Liquidität im Fonds z.B. Fristen zur Kündigung von Rückgaben.

Transparenz

Jährlich und halbjährlich informieren die Fondsgesellschaften mit umfangreichen Berichten über alle getätigten Transaktionen. Die meisten Fondsgesellschaften stellen zudem im Internet auch Informationen über die aktuelle Aufteilung des Fondsvermögens nach Branchen oder Regionen sowie über die größten Einzelpositionen der Fonds bereit. Die Kosten eines Investmentfonds werden transparent ausgewiesen. Die wesentlichen Anlegerinformationen fassen alle wichtigen Informationen leicht verständlich auf zwei DIN-A4-Seiten. Sie werden auch Key Information Document (KID) genannt. Die Inhalte dieses „Beipackzettels“ sind europaweit geregelt und machen die Produkte untereinander gut vergleichbar. Die Wertentwicklung von Investmentfonds können Anleger in Tageszeitungen oder im Internet jederzeit beobachten.

Sicherheit

Investmentfonds sind insolvenzgeschützt. Die Vermögensgegenstände des Fonds werden, zumeist als Sondervermögen getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwahrt. Bei Insolvenz der Fondsgesellschaft, fallen die Vermögenswerte daher nicht in die Insolvenzmasse.

Zudem ist die Investmentwirtschaft eine der am stärksten regulierten Branchen. Alle Fondsgesellschaften sind dazu verpflichtet, ausschließlich im Interesse ihrer Anleger zu handeln. Dass diese Regeln auch eingehalten werden, wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) streng überwacht.

Fonds werden von einem Fonds-Manager verwaltet, der meist im Auftrag einer Fondsgesellschaft arbeitet. Dieser ist für einen oder mehrere Fonds und deren Wertentwicklung verantwortlich. Fonds-Manager verfügen über weitreichende Erfahrungen und  Kenntnisse rund um die Kapitalmärkte und haben oftmals zusätzliches Spezialwissen zu bestimmten Branchen und Wirtschaftszweigen.

Zum täglichen Geschäft eines Fonds-Managers gehört es unter anderem, die internationalen Marktentwicklungen, Zinsentwicklungen oder den Ausgang politischer Großereignisse genau zu verfolgen. Weiter stehen Fonds-Manager in regem Kontakt mit Managern und Vorständen börsennotierter Unternehmen, analysieren Bilanzen oder Finanzstrukturen von Unternehmen. All diese Informationen bilden die Grundlage für die Entscheidungen darüber, welche Wertpapiere zu welchem Zeitpunkt gekauft, gehalten oder verkauft werden sollen.

Das Ziel eines Fonds-Managers ist es, durch eine entsprechende Strukturierung des Fonds einen Vergleichsmaßstab, die sogenannte Benchmark, mindestens zu erreichen bzw. diese zu übertreffen.

Aktienfonds

Aktienfonds sind Investmentfonds, die ausschließlich oder zum überwiegenden Teil in Aktien investieren. Je nach fondsspezifischer Ausrichtung kann ein Aktienfonds in Unternehmen aus aller Welt, aus speziellen geographischen Regionen oder bestimmten wirtschaftlichen Bereichen (z.B. Branchen oder Themen) investieren.

Der Wert eines Aktienfonds steigt und fällt mit der Kursentwicklung der Aktien, in welche dieser investiert ist. Darüber hinaus tragen die mit dem Halten von Aktien verbundenen Dividendenzahlungen zur Wertentwicklung von Aktienfonds bei. Auch Währungsveränderungen können gerade bei international anlegenden Aktienfonds zur Wertentwicklung beitragen (sofern diese nicht vom Fondsmanager abgesichert werden).

Rentenfonds

Ein Rentenfonds investiert ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere (z. B. Anleihen oder Pandbriefe). Ihren Wertzuwachs erwirtschaften Fonds dieser Kategorie überwiegend durch fixe Zinszahlungen der jeweiligen Wertpapiere sowie aus der Realisierung von Kursgewinnen. Kursgewinne entstehen, wenn das Fondsmanagement einzelne Wertpapiere zu einem höheren Kurs veräußert, als es ursprünglich dafür bezahlt hat. Auch Währungsveränderungen können gerade bei international anlegenden Rentenfonds zur Wertentwicklung beitragen (sofern diese nicht vom Fondsmanager abgesichert werden).

Immobilienfonds

Fonds dieser Kategorie investieren direkt in einzelne Immobilien oder in Immobiliengesellschaften. Je nach Ausrichtung des jeweiligen Fonds investiert dieser z.B. schwerpunktmäßig  in unterschiedliche Regionen und Länder oder in bestimmte Immobiliensektoren wie z. B. Einzelhandel, Wohnen oder Hotel.

Der Wertzuwachs von Immobilienfonds setzt sich primär aus den Mieteinnahmen der gehaltenen Immobilien, einem möglichen Wertzuwachs der Immobilien sowie weiteren Erträgen aus den Beteiligungen an Immobiliengesellschaften zusammen.

Rohstofffonds

Wie der Name bereits verrät, investieren Rohstofffonds in Rohstoffe. Zu den möglichen Investments gehören z. B. Erdöl, Gold, verschiedene Edelmetalle oder Agrargüter. Je nach Fondsstrategie liegt der Anlageschwerpunkt bei einem dieser Rohstoffe bzw. Rohstoffgruppen oder einem bunten Mix aus diesen. Rohstofffonds steigern in der Regel ihren Wert, wenn die Preise für die Rohstoffe, in die sie investiert sind, steigen.


Mischfonds

Mischfonds kombinieren unterschiedliche Anlagearten wie z. B. Aktien, Renten, Immobilien oder Rohstoffe. Diese bieten Anlegern damit die Möglichkeit, ihr Investment in einem Fonds über verschiedene Anlagearten zu streuen. Manager von Mischfonds verfügen über einen größeren Anlagespielraum als Manager, die aufgrund einer speziellen Fondsausrichtung lediglich in eine bestimmte Anlageart investieren dürfen.

Neben Chancen auf Kursgewinne birgt jedes einzelne Wertpapier auch Risiken (titelspezifische Risiken). Weiter können Kursverluste entstehen durch bestimmte Entwicklungen der einzelnen Wertpapiermärkte (Marktrisiko). Zudem besteht bei Anlagen in fremden Währungen ein Währungsrisiko.

Der Vorteil der Anlage in Investmentfonds ist in diesem Zusammenhang die Risikostreuung. So werden z. B. titelspezifische Risiken dadurch reduziert, dass der Anleger mit einem Investmentfonds automatisch in eine große Anzahl von Einzelwerten investiert. Das funktioniert bei Fonds also auch mit niedrigen Anlagebeträgen und die Anlage ist vom ersten Euro an breit diversifiziert.

Eine breite Risikostreuung ist nicht nur für einzelne Anlageklassen sondern auch über alle Vermögensanlagen hinweg von Vorteil. Häufig entwickeln sich verschiedene Anlageklassen (z.B. Immobilien, Aktien, Renten, Währungen, usw.) unterschiedlich. Investiert man in alle Anlageklassen jeweils nur einen Teil seines Vermögens, wird auch hier das Risiko gestreut und das Gesamtvermögen entwickelt sich besser, auch wenn ein Bereich einmal enttäuscht. Auch Investitionen in unterschiedliche Anlageklassen sind mit Investmentfonds problemlos und einfach möglich.

Aktiv gemanagte Fonds und passiv gemanagte Fonds (auch ETFs) beschreiben zwei unterschiedliche Anlageansätze, die sich vor allem in ihrer Zielausrichtung voneinander unterscheiden. Für beide Ansätze dient ein bestimmter Vergleichsindex – wie zum Beispiel der DAX – als Benchmark. Der Fonds-Manager eines ETFs versucht die Wertentwicklung dieses Vergleichsindex so exakt wie möglich nachzubilden, während der Fonds-Manager eines aktiv gemanagten Fonds versucht, eine bessere Wertentwicklung als der zugrundeliegende Vergleichsindex zu erreichen.

ETFs entwickeln sich üblicherweise wie ihr zugrunde liegender Vergleichsindex. Manager eines aktiv gemanagten Fonds dagegen sind in ihrer Anlagestrategie flexibler und können z. B. in schlechten Marktphasen in andere Wertpapiere umschichten oder eine von der Benchmark abweichende Gewichtung wählen und hierdurch ein besseres Ergebnis als der Vergleichsindex erzielen.

Der Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt) beschreibt die Folge der Verteilung einer Investition in eine Anlage über einen längeren Zeitraum. In diesem Fall werden bei fallenden Kursen mehr Anteile und bei steigenden Kursen weniger Anteile erworben, so dass die Anteile zu einem Durchschnittspreis erworben werden, der zwar über dem günstigsten Preis der Betrachtungsperiode, aber auch unter dem ungünstigsten Preis liegt. Diesen Effekt machen sich Ansparpläne mit regelmäßigen Sparraten zunutze. Dadurch wird das Problem des richtigen Einstiegszeitpunktes (Timing) vermieden. Damit bewegt sich der Ertrag der Investition zwischen dem einer Einmalinvestititon zum günstigsten bzw. zum ungünstigsten Einstiegszeitpunkt.

Vorteile

  • Regelmäßige Käufe über einen längeren Zeitraum senken den durchschnittlichen Einstiegspreis
  • Man handelt automatisch antizyklisch: Da man immer den gleichen Betrag investiert, kauft man bei niedrigen Kursen mehr Anteile als bei hohen Kursen
  • Wenn die Kurse wieder steigen, profitiert man überproportional
  • Man verpasst keine „günstigen“ Kaufgelegenheiten

In einem Fonds fallen üblicherweise laufend Erträge etwa aus Zinszahlungen, Dividenden oder realisierten Kursgewinnen an. Diese können an die Anleger ausgeschüttet (ausschüttende Fonds) oder im Fondsvermögen belassen und reinvestiert (thesaurierende Fonds) werden. 

Die Vorteile eines thesaurierenden Fonds liegen insbesondere darin, dass der Zinseszinseffekt optimal genutzt werden kann und das Portfolio dadurch weiter wächst. Der Anleger muss sich also nicht selbst um die Wiederanlage kümmern, es fließen aber auch keine regelmäßigen Erträge zu. Anders ist dies bei ausschüttenden Fonds. Hier schüttet der Fonds die laufenden Gewinne an die Anleger aus und sie können frei über die Erträge – z.B. für den Lebensunterhalt oder andere Zahlungsverpflichtungen – verfügen.

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